Dartsport


Das Dartboard und seine Felder:

Wenn Du schon länger Dart spielst, wirst Du sicherlich gemerkt haben, das die scheinbar zufällige Verteilung der Punkte auf dem Bristle-Dartboard, welche angeblich 1896 von dem englischen Zimmermann Brian Gamlin festgelegt worden sein soll, durchaus Sinn macht, da sie ein abwechslungsreiches und spannendes Spiel ermöglicht. So befinden sich neben den hohen Punktzahlen immer niedrigere, um einen Fehlwurf dementsprechend zu bestrafen.

Die Felder des äußeren Ring (Doppel - Double) zählen doppelt, die Felder des inneren Ring (Tripple) jeweils das Dreifache der außen angezeigten Punktzahl. Der Ring um die Mitte zählt 25 Punkte ((Half-)Bull), die Mitte, das sogenannte Bulls-Eye gilt als Doppel (Half-)Bull und zählt 50 Punkte. Die genaue Verteilung aller Felder kannst du dir auf der Abbildung der Dartscheibe auf der rechten Seite ansehen.

Nachdem die Boards anfangs aus Holz (vermutlich aus den Böden alter Holzfässer) hergestellt wurden, werden die meisten Boards heute aus Sisal hergestellt, da dieses Material eine lange Haltbarkeit besitzt und die Pfeile schont. Preiswertere Boards werden zum Teil auch aus Papier hergestellt. In den letzten Jahren wurden auch immer mehr elektronische Dartscheiben bzw. Dartautomaten in den Kneipen aufgestellt, auf die mit Dartpfeilen mit Plastikspitzen geworfen wird.


 

 

Am Dienstag fand der erste Trainingsabend unserer neuen Dartsparte statt. Nach einer kurzen Einführung in die Regeln des Darts, durch den Ligaspieler Oliver Czwalina, wurde fleißig geübt. Das nächste Training findet am 16.11.2021 ab 18:30 Uhr statt.

 

Einfach vorbeischauen und dabei sein. Jeder ist herzlich Willkommen.



501 - Double Out:

Die wohl meist verbreitete Spielvariante des Dartsports, also quasi das "Standard Spiel" ist 501 - Double Out. Die Reihenfolge wird durch das sog. "ausbullen" ermittelt. Beide Spieler werfen hierzu erstmal mit jeweils einen Dartpfeil und versuchen, möglichst nah an das Bulls Eye zu werfen. Der Spieler, welcher näher an die Mitte geworfen hat fängt das Spiel (bei mehreren Sätzen auch alle ungeraden Sätze) an. Nun werfen beide Spieler abwechselnd jeweils 3 Dartpfeile, wobei die geworfenen Punkte aller 3 Pfeile addiert werden und von der Ausgangspunktzahl von 501 Punkten abgezogen wird. Das Spiel (bzw. jeder einzelne Satz) muss mit einem Doppel "ausgecheckt" werden, d.h. mit einem Wurf in den äußeren Ring der Dartscheibe (Siehe Schaubild oben). Das höchste Doppel ist das Bulls Eye (zählt als Doppel Half-Bull = 2x25 = 50 Punkte), das niedrigste checkbare Doppel ist die Doppel 1 = 2 Punkte. Wirft ein Spieler in der letzten Aufnahme mehr Punkte, als er als Restpunktzahl übrig hat, so hat dieser Spieler "überworfen" und seine letzte Punktzahl bleibt bestehen. Meistens wird dieses Spiel über mehrere Gewinnsätze gespielt, wobei man ein Spiel über 2 Gewinnsätze als "Best of 3", ein Spiel über 3 Gewinnsätze als "Best of 5" usw. bezeichnet.

Je nach Lust und Laune kann auch die Ausgangs-Punktzahl geändert werden, beliebte und "gängige" Punktzahlen sind 301501701 und 1001. Auch die Art und Weise, auf die ein Spiel beendet werden kann, kann variiert werden:

 

Single Out: Man kann das Spiel mit einem einfachen Feld beenden, Doppel und Tripple Felder zählen selbstverständlich auch. Dieses ist die einfachste Variante.
Master Out: Das Spiel kann mit einem Tripple oder mit einem Doppel beendet werden
Double Out: Das Spiel muß mit einem Doppel beendet werden.


Die Geschichte des Dartsports

Dart-Team um 1900Obwohl es keine genauen historischen Aufzeichnungen darüber gibt, wann und wo das Dartspielen genau entstanden ist, wird wohl niemand ernsthaft bestreiten wollen, dass die Ursprünge des Dartsports auf jeden Fall in England zu finden sind. Ob das Dartspiel dort bereits im Mittelalter oder doch erst wesentlich später entstanden ist, ist momentan bei Historikern und Experten jedoch noch ziemlich umstritten. Es steht jedoch fest, dass der "moderne" Dartsport, wie wir ihn heute kennen, um 1900 herum in den drei großen Industriezentren London, Yorkshire und Manchester entstanden ist. Aus dieser Zeit stammen auch die ersten Beweise für die Existenz von Dart-Teams (siehe Abb. rechts). Der Aufbau des Dartboards deutet (jedenfalls für uns) durchaus darauf hin, dass die ersten Dartboards wirklich aus den Böden von alten Bierfässern hergestellt worden sind, wie eine der Legenden besagt. Die Einteilung der Scheibe in die einzelnen Segmente erinnert ebenfalls stark an die Risse in einer ausgetrockneten Baumscheibe, die Double und Triple Felder sind wohl später aus den Ringen des Baumes entstanden, um das Spiel noch reizvoller zu gestalten.

Die Anordnung der Felder auf dem Dartboard wurde 1896 vom englischen Zimmermann Brian Gamlin festgelegt. Er wollte ein abwechslungsreiches und spannendes Spiel ermöglichen, aus diesem Grund ordnete er neben den hohen Punktzahlen immer niedrigere an, um einen Fehlwurf dementsprechend zu bestrafen. Und inzwischen haben sich auch die Mathematiker mal mit der Anordnung der Felder beschäftigt, es gibt 121.645.100.408.832.000 verschiedene Möglichkeiten die 20 Felder nebeneinander auf dem Board anzuordnen, aber trotzdem gilt die von Gamlin gemachte Einteilung bis heute als die nahezu perfekte gleichmäßige Verteilung der Punkte. Und genau diese einzigartige Mischung aus der Punkteverteilung und den verschiedenen Wertungen macht heute auch nach jahrzehntelangem Dartspielen noch die Faszination des Dartspielens aus.

Queen Mum 1937 beim DartspielenDer erste schriftliche Beweis für die Existenz des Dartsports ist eine Anzeige für Dartboards im "Stationer, Printer & Fancy Trades Register" von 1901. Nachdem Mitte der 30er Jahre noch mit ca. 10 cm langen Holzpfeilen mit Metallspitzen und Federn geworfen wurde, setzten sich nach und nach bis zum 2. Weltkrieg die Messingpfeile (die sogenannten Brass-Darts) durch. Und so kam es auch, dass 1937 die Londoner Stadtmeisterschaft (mit damals ca. 300.000 (!) aktiven Teilnehmern das mit Abstand größte Turnier aller Zeiten) von der damaligen englischen Königin Queen Mum persönlich eröffnet bzw. angeworfen (siehe Foto links) wurde. 

Im Zuge der Geschichte des Dartsports gibt es jedoch eine wahre Begebenheit, bei der es sich definitiv lohnt, diese besonders hervorzuheben,Spieler beim Dart anno 1937 im Pub  weil sie den Siegeszug des Dartspiels in England erst ermöglicht hat: Um die Jahrhundertwende war Glücksspiel in England in der Öffentlichkeit, also auch in den Pubs verboten. Dem Besitzer eines Pubs in Leeds, welcher 1908 deshalb als Angeklagter vor Gericht stand, gelang aber seinerzeit vermutlich der wichtigste Sieg für den späteren Erfolg des Dartsports. Er konnte innerhalb der Gerichtsverhandlung den Richter mit Hilfe eines Dartboards sowie seiner Pfeile durch mehrere Spiele davon überzeugen, dass der Erfolg beim Dartspielen durch Können zustande kommt und ein Spiel eben nicht durch Glück entschieden wird. Beeindruckt von dieser Vorstellung musste auch der Richter feststellen: "This is no game of chance" - "Dies ist kein Glücksspiel", und ab diesem Zeitpunkt wurde der Dartsport von dem Verbot ausgenommen, was die Verbreitung des Sports in den englischen Pubs sicherlich beschleunigt und begünstigt haben dürfte.

Jocky Wilson - Profi der 80er JahreDie eigentliche Revolution der Dartpfeile im technischen Sinne fand aber um 1960 herum mit der Einführung des Tungsten Barrels statt. Dieses Material ermöglichte erstmals die Herstellung von sehr schmalen, schlanken aber dennoch adäquat schweren Darts, welche heute aus dem modernen Dartsport gar nicht mehr wegzudenken wären.

Mit dem Wechsel auf Tungsten Darts stiegen auch die Averages und so fand der Dartsport dann ab 1970 zuerst mit dem News of the World Turnier auch Einzug in die englischen Wohnzimmer durch TV-Übertragungen. Es folgten immer mehr TV-Turniere und 1978 startete dann die BBC mit der professionellen Darts World Championship ebenfalls ihre Dart-Übertragungen. Anfang der 80er Jahre befand sich der Dartsport in England auf dem absoluten Höhepunkt, die professionellen Dartspieler waren echte Stars und jeder auf der Straße erkannte die Spieler. Im Jahre 1992 kam es dann zu jenem allgemein als "Darts-Split" bezeichneten Ereignis, welches zur Trennung zwischen PDC und BDO führen sollte. Alle Informationen dazu findet ihr in unserem eigenen Artikel: Der "Darts Split" - Wie es zur Trennung zwischen PDC und BDO gekommen ist.

Nach dem Darts-Split übernahm die PDC die weltweite Führungsrolle im professionellen Dartsport. Mit der zunehmenden Entwicklung konnten mittlerweile immer mehr Spieler den Dartsport zu ihrem Beruf machen. Die Preisgelder steigen nahezu exponentiell an und die TV-Rechte sind ebenfalls so begehrt wie nie zuvor. Dies zeigt sich nicht zuletzt durch das steigende Zuschauerinteresse, niemals wäre es sonst denkbar gewesen, dass sich über 20.000 Zuschauer in den großen Austragungsorten der PDC versammeln. Der Dartsport ist zu einer der am rasantesten wachsenden Sportarten der Welt geworden, die PDC vermarktet Darts mittlerweile auf der ganzen Welt. Auch die PDC-Weltmeisterschaft ist mit 96 Teilnehmern so groß wie nie zuvor. Mittlerweile wurde Darts durch die Aufnahme in die Nationalen Olympischen Komitees auch offiziell in den meisten Ländern als Sport anerkannt. Der offizielle Weltverband ist die WDF, die Darts-Nationalmannschaft wird in Deutschland offiziell durch den DDV gebildet, der im DOSB organisiert ist.

Auf jeden Fall kann man aufgrund der Entwicklung der letzten Jahre durchaus sagen, dass es die PDC mit Hilfe der TV-Übertragungen auf Sky Sports geschafft hat, dem Dartsport wieder ein anderes Image zu geben. Dies macht sich u.a. in den steigenden Zuschauerzahlen bei den großen Turnieren bemerkbar. So konnte im Jahr 2008 in der Premier League Darts ein PDC-Rekord von über 7.000 Zuschauern an einem Spieltag verzeichnet werden. Aber auch die BDO schien wieder von diesem steigenden Zuschauerinteresse am Dartsport zu profitieren. So konnte man kurzfristig mit Setana Sport einen TV-Sender finden, der seit dem Jahr 2008 die BDO International Grand Prix Serie und damit fünf weitere BDO Turniere live übertrug.

Im Jahr 2010 machte der PDC Chairman Barry Hearn der BDO ein Übernahme-Angebot für die Summe von einer Million britischen Pfund. Dieses Angebot schlug Olly Croft aber aus und dementsprechend blieb alles beim Alten. Erst als Des Jacklin neuer Chairman der BDO wurde (2017) kam neue Bewegung in das Verhältnis zwischen der PDC und der BDO. Jacklin ließ nun auch PDC-Tourcardhalter an den Turnieren teilnehmen, er kippte damit die Tomlin Order. Nun sind seitens der PDC die Restriktionen größer, schließlich dürfen PDC-Tourcardler in keinem Stream außerhalb der PDC gezeigt werden. Dementsprechend bleibt PDC-Tourcardlern die Teilnahme an den wirklich relevanten BDO-Turnieren verwehrt, schließlich laufen heutzutage nahezu alle Events im Stream. Auch in den letzten Jahren sind weiterhin viele BDO-Spieler zur PDC aufgrund der deutlich größeren Möglichkeiten abgewandert. Die PDC ist damit qualitativ und professionell gesehen der BDO mittlerweile um Welten voraus. Hinzu kommen finanzielle Probleme bei der BDO. Einen Vergleichswettkampf zwischen den beiden Verbänden gibt es seit 2007 mit dem Grand Slam of Darts.

Quelle: dartn.de